Die Entschleunigung zieht ihre Kreise…

Meinungen, Informationen, interessante Aspekte – all das findet sich in dieser Sammlung rund um das Thema Slow Life.
Unser Anliegen ist es, die Slow Life Bewegung in ihrer Vielfalt abzulichten.
Diese Rubrik wird mit der Zeit ausgebaut bzw. aktualisiert werden.
Über Hinweise von Ihnen zu relevanten Artikeln, Informationen oder Veranstaltungen rund um das Thema Slow Life würden wir uns freuen.

Nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf – auch zum Kommentieren und (kritischem) Anmerken.

Wir freuen uns!

„Schneller, höher, weiter“ war einst die optimistische Fanfare beim Aufbruch in die Moderne. Wie bei jeder Entwicklung gibt es Kehrseiten – und deren Konsequenzen.

Fünf bis elf Sekunden. So viel Zeit verbringen wir im Durchschnitt bei einem Museumsbesuch vor dem einzelnen Kunstwerk. Das gilt auch für die Nofretete oder die Mona Lisa.

Oft geht es auch gar nicht anders. Andere wollen schließlich auch noch ran, gerade in prominenten Häusern gibt es Gedränge vor den Highlights. Oft geht es auch nur darum, ein Foto zu machen.

Die Bewegung entstand 1999 in Italien. Ins Leben gerufen wurde sie von den Bürgermeistern einiger aktiver Slow Food-Städte, deren Slow Food-Konzept schon auf das Jahr 1986 zurückgeht. Die Grundidee von Cittaslow stammt von Paolo Saturini, Bürgermeister des toskanischen Ortes Greve, und wurde gegenüber der Ernährungs-Orientierung von Slow Food um eine ganze Reihe von Elementen erweitert.

Vorsicht Hochspannung!
Von Tristan Garcia (franz. Schriftsteller, Philosoph)
BUCH: Das Intensive Leben

„Nach und nach wurden für fast alle Menschen im Westen zum höchsten Wert des modernen Lebens die Beurteilung eines bestimmten Lebensgefühls. Nicht ein bequemes und anständiges Leben zu führen, sondern ein starkes oder schwaches Existenzgefühl.

Es geht um die Intensität (Schmerz). Das Bild dafür ist die Elektrizität.

Überall greift das Slow Life Prinzip die Wertekategorie Qualität auf, so auch in der Textilbranche. Slow Fashion ist inzwischen ein weitverbreiteter Begriff, denn in der Mode sind die Schattenseiten elementar.

Die Begeisterung über die Slow Food Bewegung wächst und wächst. Über die ganze Welt verstreut gibt es inzwischen in über 170 Ländern der Erde Slow Food Vereine. Allein Slow Food Deutschland e. V. zählt über 85 lokale Gruppen.

Die Slow Food Bewegung setzt sich für ein sozial und ökologisch verantwortungsvolles Lebensmittelsystem ein, welches die biokulturelle Vielfalt und das Tierwohl schützt. Mit Genuss und Verantwortung soll die Zukunft unserer Ernährung gesichert werden und wird mit diversen Projekten, Kampagnen und Veranstaltungen unterstützt.

Es gibt bestimmt viele, viele gärtnernde Menschen, die sagen können: Das ist Slow Gardening? Dann habe ich ja nie was anderes gemacht. Wie schön!

Slow Journalism, auch Grüner Journalismus oder Deep Journalism genannt, ist für sich gesehen nichts Neues. Er beruft sich u. a. auf alte Journalisten-Tugenden, Themen längerfristig und aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Nicht laut, schnell und viel soll die Devise sein, sondern richtig und informativ. Es sollen die tatsächlich relevanten Ereignisse herausgefiltert werden, um sich dann den Geschichten zuzuwenden, „nachdem sich der Staub gelegt hat“, um den Journalisten Rob Orchard zu zitieren.

Wir leben in einer so temporeichen Zeit, dass es nicht verwundert, dass sich unsere Schnelllebigkeit wie selbstverständlich auch auf das Reisen übertragen hat. Angereichert mit maximal gesteigerten Attraktionen, oft auch mit organisierten Adrenalinkicks und immer neuen Sinneseindrücke in möglichst kurzer Zeit, wurden Urlaube mehr und mehr vollgestopft mit Maximalvorstellungen aller Art.

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